"Nichts ist fantastischer als die Wirklichkeit"
 
Federico Fellini

„Ein wichtiger Teil der Initiative ist die Inbesitznahmen der Bilder“, sagt der Schauspieler und Aktivist Khalid Abdalla, der das Tahrir Cinema gemeinsam mit Freunden organisiert. Er weiss: wer die Macht über die Bilder hat, hat die Macht darüber, wie Geschichte erzählt wird.

Der Filmemacher Omar Robert Hamilton, der sich um den Blog des Cinema Tahrir kümmert, ergänzt: „Das Tahrir Cinema erinnert die Menschen täglich daran, warum sie hier sind und was wir erreichen können, wenn wir zusammen arbeiten.“

Etwas Ähnliches will das Filmprogramm der Cultural Embassy leisten. Gezeigt werden Filme, die einen Einblick bieten in die ägyptische Gesellschaft - vor und während der Revolution. Wer wissen will, woher die Ägypter die Kraft und den Mut nahmen, auf die Strasse zu gehen, der muss sich einen der unabhängig enstandenen Filme wie „Microphone“ (2010) oder „Forbidden“ (2011) anschauen, die VOR der Revolution entstanden sind. Und wer wissen will, warum die Wut weit genug trägt, um gegen die allgegenwärtige massive militärische Gewalt zu bestehen, der erfährt mehr in einem Screening mit aktuellen Videos der Gruppe Mosireen und unabhänig produzierten Kurzfilmen aus Ägypten. Dem Arabischen Frühling ist ein langer, harter Winter voraus gegangen. Wer sich die Filme der letzten Jahre mit wachen Augen ansieht, kann die Vorzeichen für die kommenden Ereignisse nicht übersehen.

Heute entstehen täglich neue Videos und viele unabhängig produzierte Langfilme aus der arabischen Welt werden ihre Premieren im Frühjahr bei den großen internationalen Festivals feiern. Um einige dieser ganz frischen Filme in der Cultural Embassy zeigen zu können, wurde – wie beim Tahrir Cinema – bei der Programmierung kurzfristig auf die Ereignisse reagiert.

Folgende Filme wurden gezeigt